"Leipziger Volkszeitung" vom 26. Oktober 2016

Frauke Weigand hat gutes Benehmen zu ihrem Beruf gemacht. Kurs-Teilnehmer bekommen von ihr auch Zertifikate für die Knigge-Seminare. Montage/Foto: Wolfgang Sens

 

Die Frau fürs gute Benehmen

Frauke Weigand (50) ist eines der wenigen sächsischen Mitglieder in der Deutschen Knigge-Gesellschaft. Sie hat gutes Benehmen zu ihrem Beruf gemacht und ist mittlerweile von der IHK zertifizierte Trainerin für Business-Etikette. Schon einige Hundert Nordsachsen haben an ihren Kursen teilgenommen.


Höflichkeit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr – dieser Spruch wird mal Wilhelm Busch, mal Erich Kästner zugeschrieben. Mal ist statt „Höflichkeit“ von „Bescheidenheit“ die Rede. Doch egal wie: Frauke Weigand teilt diese Idee nicht. Umgangsregeln zu kennen, hilft sehr wohl weiter, macht das Leben angenehmer, gibt Sicherheit, so ihr Credo. Und das hat sie seit einigen Jahren in ihren Kursen an Hunderte junge und ältere Nordsachsen weitergegeben. „Konsequent souverän“ steht in geraden Buchstaben auf der Visitenkarte unter dem geschwungenen „Actio pro“, dem Namen ihrer Knigge- und Veranstaltungsagentur. „Wir brauchen gewisse Spielregeln, die den gesellschaftlichen Verkehr erleichtern und über manche Verlegenheit hinweghelfen. Zudem vermitteln gekonnte Umgangsformen Selbstvertrauen“, erklärt die Deutsche Knigge-Gesellschaft, der die 50-Jährige angehört, auf ihrer Website.
Trainer der Gesellschaft sind im Osten Deutschlands eher rar. In den mitteldeutschen Bundesländern gibt es neben der Leipzigerin jeweils eine weitere Mitstreiterin in Halle, Chemnitz und in Jena. Was natürlich nicht bedeutet, dass Benimmkurse nur unter dem Knigge-Label zu belegen sind. Mal heißen sie auch „Antiblamier- Kurse“. Und Teilnehmer eines Tanzschul-Lehrgangs bekommen ebenso viele Umgangsregeln mit auf den Weg.
Doch wie ist das denn heutzutage? Sollte sich Frau von heute den Mantel halten lassen? Sollte in der Versammlung allen die Hand geschüttelt werden?
Frauke Weigand weiß Antwort: Handschlag ist beim Hinzustoßen zu Gruppen bis zu fünf Personen angesagt. Die Einstiegshilfe in den Mantel darf auch die
emanzipierte Frau gern annehmen. Sie darf das nette Angebot aber auch ablehnen. Es ist nicht mehr wie früher nur der eigene Begleiter zur Hilfe berechtigt, Frauen dürfen auch Frauen helfen. Wie ist es mit dem Zurechtrücken des Stuhls im Restaurant? „Es passt sicher nicht immer und überall. Aber mein Mann macht das und es freut mich“, sagt Frauke Weigand. „Sehr vieles hat sich in den vergangenen Jahrzehnten geändert. Früher gab es sogar Frauen-Karten in Restaurants. Ohne Preise. Die Dame sollte sich keine Sorgen über die Ausgaben machen.“ Neue Normen festzuhalten, gehört zu den Aufgaben, die sich die Knigge-Gesellschaft gegeben hat.
Frauke Weigand hat indessen unter dem Titel „Wüsste Knigge es besser?“ sogar ihr zweites Büchlein mit „Tipps für sichere und zeitgemäße Umgangsformen“ verfasst. Das Format lässt sich leicht in der Tasche unterbringen, falls wirklich jemand mal ganz schnell nachschlagen will. „Es besteht aus Antworten auf viele Fragen, die ich in meinen Kursen gestellt bekomme“, erklärt sie. Das Cover ist im Stil der 50er-Jahre gehalten, so wie die Zertifikate für ihre Kurse, die sie auch ausgibt. „Damals wurde das gute Benehmen ja noch mehr gehypt. Aber das kommt auch wieder. Wer viel mit Menschen umgeht, braucht das.“ Das sei nicht allein wichtig, um angenehm auf die Umgebung zu wirken. Sondern auch für jeden persönlich, „damit man sich nicht verbrennt“. So wirkt Höflichkeit als Antiverschleißmittel für die Seele.
Ihr falle schon auf, dass mancherorts ein wenig mehr Höflichkeit das Leben schöner machen könnte, sagt Frauke Weigand. Leute, die in einen Laden
gehen, ohne aufzuschauen, ob sie begrüßt werden. In Diskussionen einfach den anderen ausreden lassen, als Chef den richtigen Ton gegenüber den Mitarbeitern treffen, andere Meinungen zulassen. All das gehöre dazu. „Im Fall eines Falles einfach sagen: Das irritiert mich jetzt, meinen Sie das wirklich so? Konfrontation sollte nicht verstärkt werden, auch oder gerade dann, wenn Sie innerlich kochen. Denn gerade dann fehlt der Durchblick“, rät die 50-Jährige. Trotzdem habe Höflichkeit nichts mit Unehrlichkeit zu tun: „Ich kann einer Freundin schon sagen, dass ich das rote Kleid an ihr nicht so passend finde. Es kommt darauf an, das auf die richtige Art zu sagen.“
Wer ist nun dieser „Knigge“, der für die deutschen Regeln des guten Benehmens steht? Er wollte, dass die Menschen besser zurechtkommen. Er war vor allem Aufklärer in einer Zeit gesellschaftlichen Wandels. Damals war es neu, „Vorschriften für den Umgang mit allen Klassen von Menschen zu geben“, wie er selbst im Vorwort für sein Buch „Über den Umgang mit Menschen“ schrieb. Sein Name steht heute stellvertretend für Benimm-Regeln. Dem Freiherrn haftet ein eher verstaubtes und steifes Image an. „Sehr zu Unrecht“, befindet Frauke Weigand. Sein Werk war eher soziologisch ausgerichtet. „Und gerade er hat sich eher über die steifen Rituale bei Hofe lustig gemacht.“ Freiherr Adolph Franz Friedrich Ludwig Knigge, der von 1752 bis 1796 lebte, vertrat zwar zum Beispiel die Ansicht, sich auf die Gesellschaft, in der man sich gerade befindet, einzustimmen, zwar geschmeidig zu sein, sich aber nicht zu verbiegen. „Es geht zudem darum, Menschen wertzuschätzen“, erklärt Weigand. „Ich ärgere mich, wenn zum Beispiel schlecht mit Dienstleistern umgegangen wird, und somit nicht gewürdigt wird, dass jemand diese Aufgabe übernimmt. Oder es wird nach Äußerlichkeiten gegangen. Doch Labelklamotten haben noch niemanden wirklich liebenswerter gemacht.“ Die Leipzigerin verbrachte das dritte bis achte Lebensjahr in Syrien, Damaskus. Der Vater baute dort eine Erdölleitung. Sie ging auf die Botschaftsschule. Auch wenn aus dieser Zeit keine konkreten fassbaren Kenntnisse, wie etwa der Sprache blieben, „möglicherweise hat mir das aber eine gewisse Toleranz mitgegeben“, sagt sie. Einen kleinen Teil ihres Berufslebens macht heute noch das einst studierte Bauingenieurswesen aus. Den größten haben Knigge und Veranstaltungen, die sich mit ihm beschäftigen, aber auch Lesungen, Chansonabende, die sie mit Künstlern gestaltet oder vermittelt, erobert. Selbst Hochzeitsrituale für Paare oder Namensgebungen für neue Erdenbürger, die nicht religiös gebunden sind, hat sie schon ausgerichtet. Alles Bereiche, in denen die Sicherheit des guten Benehmens sehr nützlich ist.
Die Initialzündung für ihren Werdegang bekam sie bei einem Vortrag von Michael Klein, dem inzwischen verstorbenen Gründer der Knigge-Gesellschaft.
Der begeisterte so, dass sie ein Seminar belegte. Mittlerweile ist sie Trainerin für Business-Etikette mit Zertifikat der Industrie und Handelskammer. Sie hat schon Auszubildende für Gastronomie, Mitarbeiter von Autohäusern oder Apotheken sowie Altenpfleger geschult, wird beispielsweise von der Bildungsagentur und von der Volkshochschule unter anderem in Oschatz, Eilenburg, Schkeuditz, Delitzsch, Torgau und Taucha in der Erwachsenenqualifizierung beauftragt. Das Schöne: Gutes Benehmen zu erlernen, ist durchaus unterhaltsam. Das gefällt am Ende selbst jungen Teilnehmern in den Kursen der Jugendweihevorbereitung, die den Nachmittag bei ihr nicht immer aus eigenem Antrieb belegen. Das Drei-Gänge-Menü für die übende Gruppe wird in einem traditionellen Restaurant serviert. „Da darf dann auch ein Schwätzchen gehalten werden“, erzählt Fauke Weigand. „Neulich hat sich ein junger Mann, der in meinem Kurs war, bedankt. Sein erstes Date hatte geklappt. Er hat einige meiner Tipps befolgt.“

Heike Liesaus

Auwaldstation in Leipzig-Lützschena sorgt für gutes Benehmen / Auen-Kurier 06. Mai 2016/6

Auen-Kurier 06. Mai 2016/6 / Bild: aneu

Seit langem angekündet sollte man Wissensweites über gutes Benehmen und Anstandsregeln im Umgang miteinander vermittelt bekommen. Die sich dafür interessierenden Menschen strömten beizeiten in die Auwaldstation. Das Kaminzimmer war schon lange vor Beginn der Veranstaltung voll besucht. Um 19 Uhr am 22.04.2016 stellte Frau Frauke Weigand (Knigge-Expertin, Dozentin bei Seminaren zum Erlernen von Umgangsformen) das Programm vor. In wechselnden Szenen besprach sie Wissenswertes über die Gastronomie und gab einen geschichtlichen Überblick über den Einsatz und das Hantieren mit dem Besteck beim Essen. Maßgebend für die in Europa gültige Esskultur war König Ludwig XIV. am französischen Hof. Vom Benimm-Buch "Über den Umgang mit Menschen" des Freiherrn Adolph Franz Friedrich Ludwig von Knigge hatten ja viele schon gehört oder gelesen. Aber auf das turbulente und arbeitsreiche Leben des Freiherrn von Knigge wurde in dieser Veranstaltung in der Auwaldstation Lützschena ausführlich hingewiesen. Herr Dietmar Schulze, Mitarbeiter des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig und Initiator des Schillertheaters im Schillerhaus in Leipzig-Gohlis, trat selbst als Adolph Freiherr von Knigge in historischer Gewandung auf und stellte dessen Leben den Besuchern im Kaminzimmer vor. Knigge hat zwar mit seinem 1788 in Hannover herausgegebenen Buch "Über den Umgang mit Menschen" bis heute Ruhm im deutschsprachigen Europa (D, CH, Ö) erreicht, aber von seinen vielfältigen Ideen und seiner Schaffenskraft hatten die meisten Zuhörenden nichts gewusst. Knigge gilt als deutscher Schriftsteller, verfasste Gedichte, komponierte Lieder mit entsprechenden Texten und veröffentlichte unter verschiedenen Synonymen ein umfangreiches literarisches Werk. Knigge legte großen Wert auf gesitteten Anstand und Umgang mit den Mitmenschen. Er hatte Kontakt mit vielen Geistesgrößen seiner Zeit (Schiller, Goethe, Klopstock) und kommunizierte mit aufgeklärten Intellektuellen der damaligen Zeit. Knigge übte mit philosophischen und politischen Schriften Kritik am Despotismus und verteidigte die Französische Revolution 1789. Seit dieser Zeit legte er auch keinen Wert auf das Wörtchen "von" vor seinem Namen Knigge. Seine Schriften zeugten vom Emanzipationskampf des Bürgertums, das zeitgenössische bürgerliche Leben hat er kritisch dargestellt. Im von Frauke Weigand dargebrachten Programm über den Lebensweg von Knigge spielte auch die Musik eine Rolle. Hervorragend der den Lützschenaern bekannte Maler und Gitarrist Andreas Mocker, er sang Lieder aus der Zeit der Aufklärung ( 18.Jh.), vor allem das um 1780 entstandene Volkslied "Die Gedanken sind frei". Bearbeitet wurde der Text 1790 von Hoffmann von Fallersleben. Dieser Text ist entstanden als politisches Lied. Die Volksweise entstand um 1810-1820 und bestärkt bis heute alle Freiheitsgedanken. Andreas Mocker sang dieses Lied, begleitete sich mit der Gitarre, alle waren begeistert. Wie immer gab es an dem Abend eine Pause im Programm. Man konnte Wein und Fettbemmchen genießen. Nach dem zweiten Teil und am Ende des Programms bedankte sich Frau Johanna Baraniak mit netten Worten bei den Künstlern. Wie schon zur lieben Gewohnheit geworden, brachte Herr Harald Schönzart drei von ihm gearbeitete kunstvolle Kupferstiche als Geschenk. Dietmar Schulze erhielt die Darstellung der Auwaldstation, was ihn sichtlich erfreute, Andreas Mocker war ebenfalls über sein heimatlich anmutendes Geschenk Auwaldstration als Kupferstich dankbar. Für Frauke Weigand gab es den neuesten Kupferstich. Im April wurde der Ulmenzipfelfalter zum Auwaldtier des Jahres 2016 gekürt. Fazit zum erlernten Benehmen: Beispiele: Achtung und Zuneigung den Mitmenschen gegenüber. Nicht herablassend gegen irgendjemand sein. Man soll nicht mit sich prahlen. Vor anderen den Ehepartner nicht bloßstellen. Text: aneu

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"Leipziger Volkszeitung" vom 10. Februar 2016

 

Gutes Benehmen kannste knicken – oder mit jungen Leuten üben

Etikettetrainerin Frauke Weigand betreibt in Gohlis eine Knigge-Agentur


Einen fetten Döner in der Straßenbahn essen. Im Kino das Handy klingeln lassen. In der Konferenz pausenlos Nachrichten verschicken. Im guten Restaurant die coole Wollmütze aufbehalten... Geht alles gar nicht, schüttelt Benimmtrainerin Frauke Weigand entschieden den Kopf. Oder um im Jugendlichen-Jargon zu bleiben: Kannste knicken. Allerdings muss jede Generation gute Manieren erst lernen. Die 49-Jährige will Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Umgangsformen und Etiketteregeln vertraut machen. Dafür hat sie im September eine Knigge- Agentur in Gohlis eröffnet.
„Umgangsregeln sind dafür da, dass man den anderen mit seinem Verhalten nicht auf die Nerven geht, dass das Miteinander klappt und die Menschen selbstsicher auftreten können“, erklärt die ehemalige Bauingenieurin, die ihr Hobby zum Beruf gemacht hat. Beispiele, wie die Netiquette gerade schwer leidet, sind für sie Hasskommentare im Internet, Mobbing per Smartphone oder Ausländerfeindlichkeit. „Mehr nachdenken und sich in die Situation der anderen hineinversetzen“ lautet da ihr Ratschlag.
Frauke Weigand gibt Kurse in Horten, Schulen oder für Privatleute. In Hort und Grundschule geht es auf spielerische Art ums Grüßen, um Essmanieren, Tisch decken und abwischen oder den fairen Umgang miteinander. Jugendliche bereitet sie dann schon auf ihren ersten großen Auftritt in der Öffentlichkeit bei der Jugendweihe oder Konfirmation vor. „Die Jugendlichen werden meist von ihren Eltern geschickt. Freiwillig kommen sie dann so ab 20, wenn sie ein Briefing fürs Bewerbungsgespräch brauchen oder merken, dass sie Defizite haben“, erzählt die zertifizierte Business-Etikette-Trainerin. Mit ihrem Knigge-Programm tritt die gebürtige Crimmitschauerin in Gaststätten, Eventlocations oder auch bei Firmen auf. Sie hat jeweils eine Knigge-Fibel für Erwachsene und Kinder geschrieben – die für Erwachsene kommt zur Buchmesse in überarbeiteter Form neu heraus.
Außerdem gehört sie als einzige Leipzigerin der Deutschen Knigge-Gesellschaft an, die einmal im Jahr aktuelle Empfehlungen für gutes Benehmen herausgibt. Eines der Themen beim Treffen Ende Februar in München dürfte die Flüchtlings-Integration sein. Frauke Weigand, die mit ihren Eltern selbst einige Zeit in Syrien gelebt hat, sieht es so: „Man kann den Neubürgern sicher einiges verzeihen, weil sie es nicht kennen. Aber sie sollten sich bemühen und wir sollten sie dabei unterstützen, zu lernen, wie es bei uns läuft.“ Denn nur wer bestimmte Umgangsregeln kennt und beherrscht, komme in der Gesellschaft voran.
Frauke Weigand ist nicht die Einzige, die sich in Leipzig um Ton und Takt, Stil und Benehmen bemüht. An der Tanzschule Jörgens wie auch an der Tanzschule von Tina Spiesbach und Oliver Thalheim absolvieren die Jugendlichen zwei Unterrichtseinheiten „Antiblamierprogramm“, wenn es auf den Abschlussball zugeht. Auch im Jugendweihe-Vorbereitungsprogramm können sich Heranwachsende über Tischsitten, Gästebegrüßung oder die erste eigene Tischrede informieren.
Die Volkshochschule bietet ebenfalls Kurse zu modernen Umgangsformen und Anstandsregeln an.
„Aber am Ende macht es einen Menschen nicht sympathischer, wenn er weiß, wie man das Couvert-Brot bricht“, relativiert Frauke Weigand. Die perfekte Umgangsform sieht sie genau darin, wie Knigge es geschrieben hat: „Interessiere Dich für andre, wenn du willst, daß andre sich für Dich interessieren sollen.“   

Kerstin Decker

Die ehemalige Bauingenieurin Frauke Weigand kümmert sich in der Heinrich-Budde-Straße um Ton und Takt, Stil und Benehmen. Foto: Andre Kempner

"Ortsblatt Leipzig" vom Dezember 2015

Das Wichtigste für das gute Miteinander sind Toleranz und Respekt


Haben Sie sich auch schon mal gefragt, ob es korrekt ist, einem Behördenmitarbeiter die Hand zu geben? Oder haben Sie auch schon mal ganz angestrengt und verkniffen in einer großen Gesellschaft ganz leise genießt? Geht Ihnen dabei der Name „Knigge“ durch den Kopf?
Auf jeden Fall stolperte man in den letzten Wochen hin und wieder über diese Namen, eben an der Stelle, wo über die Einführung eines Schulfaches „Benehmen“ diskutiert wurde. Braucht es dieses Schulfach tatsächlich? Frauke Weigand, die Trainerin für Business-Etikette und Eventmanagerin ist, aber auch Dienstleistungen im Büroservicebereich anbietet, hat dazu eine klare Antwort: „Ich stimme dafür, denn Freundlichkeit, Höflichkeit und gutes Benehmen sind die Mittel, die jedem den Weg zum Erfolg im Umgang mit anderen und mit sich selbst erleichtern.“
Was, möchte man dann noch rhetorisch ergänzen, hilft allein ein brillantes Wissen? Apropos „brillantes Wissen“: über dies verfügt Frauke
Weigand, kennt die „Benimm-Regeln“ aus dem ff und kann viel über den Freiherrn Knigge erzählen, der ja ob seiner Schrift „Über den Umgang mit
dem Menschen“ (erstmals erschienen 1788) bekannt wurde. Knigge verfasste diese Aufklärungsschrift für Taktgefühl und Höflichkeit, ließ aber selbst
kaum ein Fettnäpfchen aus. Noch ein Grund mehr für Frauke Weigand, sich mit dem Freiherren und seiner Schrift zu befassen, selbst zur Knigge-Trainerin
zu avancieren, um, wie sie sagt „als kompetenter Partner Seminare und Workshops zum Erlernen von Umgangsformen in verschiedenen
Lebenssituationen – sei es als Vorbereitung des Restaurantbesuches, auf einen öffentlichen Auftritt, auf ein Vorstellungsgespräch oder für den
fairen Umgang miteinander“ für Mitmenschen da zu sein.
Die Knigge-Trainerin blickt auf den Anfang ihrer Tätigkeit zurück, erinnert sich an so manche Zweifler, aber sie wollte ihren Lebenstraum verwirklichen,
packte an, erfuhr Unterstützung und Hilfe, für die sie heute sehr dankbar ist. So eröffnete sie am 1. September 2015 in ihrem Büro in der Heinrich-Budde-Straße 18 das „Kniggeinstitut Sachsen“. Doch schon seit einiger Zeit bietet sie, neben den Seminaren, auch erlebnisgastronomische Veranstaltungen mit dem Titel „Oh Zeiten, oh Sitten – eine vergnügliche Reise durch die Kulturgeschichte des guten Benehmens!“ an. Dabei erlebt man Knigge innerhalb eines Mehr-Gänge-Menüs.
Für Frauke Weigand steht fest: „Das Wichtigste für das gute Miteinander sind Toleranz und Respekt.“ Klingt nach einer Umgangsregel, die eigentlich Usus sein sollte. „Umgangsregeln sind dafür da“, ergänzt die Knigge- Trainerin, „damit wir uns nicht gegenseitig auf die Nerven gehen!“ Hin und wieder hat man heute den Eindruck, dass Toleranz und Respekt Begriffe aus alten Märchen sind.
Und weil wir gerade über Märchen sinnieren, so hat doch Frauke Weigand auch drei Wünsche an eine liebe Fee. Diese möge ihr viele interessierte Menschen schicken, die Regierenden nicht mehr so gierig sein lassen und ihre Plüschtiere lebendig machen, damit sie mit ihnen Dialoge halten kann.
Ach, im Übrigen: Wussten Sie schon, dass eine Mail, auf alle Fälle eine geschäftliche Mail, innerhalb von vierundzwanzig Stunden beantwortet werden sollte?
Text/Foto: Michael Oertel
Wie das mit dem Hand-Geben oder dem Niesen ist, dass müssen Sie selbst herausfinden.
Oder sie fragen Frauke Weigand

Foto: Michael Oertel

"Ortsblatt Leipzig" vom Oktober 2015

Neu in der Heinrich-Budde-Straße:

Benimmregeln heute – die Knigge-Agentur


Ist Knigge heute noch aktuell? Immerhin verstarb der oft zitierte Freiherr Adolph Franz Friedrich Ludwig von Knigge vor 220 Jahren in Bremen. Frauke Weigand vermittelt seit Jahren jungen Leuten und Erwachsenen sogenannte Benimmregeln. „Das steife Gehabe wie zu Knigges Zeiten ist heute nicht mehr gefragt“, meint die Trainerin für Business-Etikette. „Aber richtige Umgangsformen wie Höflichkeit, sicheres Auftreten  sowohl im Gespräch als auch am Tisch, sind nach wie vor aktuell.  So gibt es Schulen, die in Vorbereitung der Jugendweihe einen Knigge-Workshop durchführen, aber auch Unternehmen, die Wert darauf legen, dass Frauke Weigand ihren Lehrlingen entsprechende Kenntnisse über richtige Umgangsformen vermittelt.
Am 18. September öffnet sie nun in der Heinrich-Budde-Straße 18 ihre Knigge-Agentur. Wenn Sie mehr über zeitgemäße Umgangsformen wissen möchten, sind Sie ab 17 Uhr herzlich willkommen.

"Gelnhäuser Tageblatt" vom 4. Februar 2014

"Provokanter Menschenkenner"

KNIGGE-ABEND Kulturgeschichte des guten Benehmens in der Kulturstation Kaufmann in Meerholz


GELNHAUSEN (cra). „In sieben Jahren Kunstverein habe ich noch nie erlebt, dass so viele Leute sitzend hier drin gewesen sind“, staunte Q. Fell (Bernd Wilfer), Erster Vorsitzender des Kunstvereins Meerholz, anlässlich einer Theaterveranstaltung mit Frauke Weigand, Dietmar Schulze und Johannes Prautzsch aus Leipzig. Das Trio war auf Einladung von Peter Völker, der im Verein das Wortprogramm organisiert, nach Meerholz gekommen und bot eine unterhaltsame und gleichzeitig informative Kulturgeschichte des guten Benehmens dar.
Referentin Frauke Weigand gibt als selbstständige Dozentin Seminare zum Erlernen von angemessenen Umgangsformen in unterschiedlichen Lebenssituationen und ist Mitglied der Deutschen Knigge Gesellschaft. Ihr Vortrag in Meerholz wurde aufgelockert durch die Anwesenheit von Adolph Franz Freiherr Knigge (Dietmar Schulze), der die Zuhörer mit Anekdoten aus seinem bewegten Leben unterhielt. Für den musikalischen Rahmen sorgte Johannes Prautzsch, der Lieder mit zeitgenössischen Texten von Friedrich Schiller, Christian Felix Weisse und August von Kotzebue zum Besten gab und sich dabei selbst auf der Gitarre begleitete.
Zum Auftakt begann der Musiker mit dem bekannten Volkslied „Die Gedanken sind frei“, das Hoffmann von Fallersleben zugeschrieben wird, dessen Text in Deutschland jedoch erstmals 1780, in leicht veränderter Form, auf einem Flugblatt erschien, also zu Lebzeiten Freiherr Knigges. Während das Publikum noch auf die von Prautzsch angekündigte Referentin wartete, betrat plötzlich Knigge die Bühne. Eloquent und unterhaltsam erzählte er seine Lebensgeschichte. Geboren 1752 auf Schloss Bredenbeck bei Hannover wurde der Baron standesgemäß erzogen, vom Vater mit zurückhaltender Strenge und von der Mutter mit liebevoller Verwöhnung. Leider verstarben seine Eltern früh und mit 14 Jahren wurde Adolph Knigge Vollwaise. Er erbte Schulden in Höhe von 130 000 Reichstalern, seine Güter wurden zwangsverwaltet. Er selbst wurde in ein Pensionat geschickt, von 1769 bis 1772 studierte er Jura und Kameralistik in Göttingen und schloss sich dort der Freimaurerloge an. 1771 wurde Knigge von Landgraf Friedrich II. als Assessor an den Hof nach Kassel geholt. Dort heiratete der Freiherr die Hofdame Henriette von Baumbach. Da er sich durch provozierendes Verhalten und grobe Scherze bei den „Hofschranzen“ unbeliebt gemacht hatte, zog er mit seiner Familie auf das Gut seiner Schwiegereltern, wo er aus Armutsgründen mit dem Schreiben begann und sich um eine Anstellung bei Hofe bewarb.
Knigge wechselte öfters den Wohnsitz, denn durch sein Verhalten musste er häufiger seinen höfischen Dienst bei mehreren Adelssitzen quittieren. Als bedeutender deutscher Aufklärer stand er im Kontakt mit den Geistesgrößen seiner Zeit und hinterließ ein umfangreiches literarisches Werk. Sein bekanntestes Buch „Über den Umgang mit Menschen“ veröffentlichte er 1788.
Wie die Meerholzer Zuschauer von ihm und Frauke Weigand, die zwischen seinen Erzählungen die Bühne betreten hatte, erfuhren, hat er in diesem Werk nichts über Tischordnungen geschrieben. In vorgetragenen Auszügen machte das Duo deutlich, dass es Knigge um den angemessenen Umgang mit Menschen aller gesellschaftlichen Stände und Berufe ging. Auch der richtige Umgang von Eheleuten untereinander wurde darin dokumentiert.
„Knigge lehrt uns, sozial kompetent zu sein“, kommentierte Frauke Weigand und informierte, dass die Benimmregeln erst nach dem Tod des Schriftstellers im Jahr 1796 vom Verlag hinzugefügt wurden. Heute gilt die Deutsche Knigge Gesellschaft als Expertin für Stil, Etikette und gutes Benehmen, deren Regeln jedoch permanent dem zeitgenössischen Kontext angepasst werden. In einem historischen Streifzug berichteten Weigand und Schulze unterhaltsam von den guten Sitten früher und heute und wurden dabei von Johannes Prautzsch musikalisch gelungen unterstützt.

Knigge trifft auf Knigge-Kennerin: Frauke Weigand und Dietmar Schulze geben Einblick in das Leben des berühmten Freiherrn. Foto: Raab

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"Leipziger Volkszeitung" vom 23. August 2013

"Suppenkasper adé"

Zertifizierte Knigge-Trainerin gibt Kindern Tipps für ihr Benehmen am Tisch

Wie benutzt man eine Serviette und auf welche Weise zeigt man, dass man satt ist? – All das und mehr haben zehn Kinder am Mittwoch im Seminar „Tischknigge für Kinder“ von Frauke Weigand (47) im Café „Okay“ in Möckern gelernt. „Zum ordentlichen Essen muss man sich viel Zeit nehmen“, sagt sie und weist ihre Schüler immer wieder darauf hin, wenn erneut ein Ellenbogen auf dem Tisch ist. Die Grundformen eines guten Benehmens seien Höflichkeit und Pünktlichkeit, erklärt Weigand, bevor sie die Regeln zu einem angemessenen Händedruck erläutert. Als alle am Tisch sitzen, sorgt die vielfältige Bestecksprache für Aufruhr: „Beim Besteck wird von außen nach innen gegessen, wer eine Esspause machen möchte, legt Messer und Gabel zu einem umgedrehten ‚V‘“, erklärt Wiegand. Die „20-nachvier- Stellung“ gebe dem Kellner die Erlaubnis abzuräumen. Nebenbei müssen die Teilnehmer ihre Körperhaltung beachten – die Faustregel, die besagt, dass zwischen Rücken und Stuhllehne eine Maus und auf den Schoß eine Katze passen muss, überprüfen sie mit Kuscheltieren. Zwischendurch erklärt Weigand den historischen Kontext der Knigge-Regeln, die zu großen Teilen aus der Ritterzeit stammen. Den Brauch, mit Gläsern anzustoßen beispielsweise: „Das wurde damals so heftig zelebriert, dass die Getränke ineinander überschwappten – war eins vergiftet worden, würde der Täter selbst nicht trinken.“ Weigand gründete ihre Firma „Actiopro“ im Jahr 2010 und ist zertifizierte Knigge-Trainerin. In Seminaren erklärt sie Kindern und Erwachsenen angemessene Umgangsformen. Bei den Kindern kommt das auf jeden Fall gut an. Madita (10) resümiert: „Richtiges Benehmen ist wichtig. Viele Leute haben immer den Ellenbogen auf dem Tisch.“ Jamie (9) ergänzt: „Dass das Dessertbesteck von Anfang an da liegt, wusste ich noch nicht.“ Um richtiges Benehmen auch in der Öffentlichkeit zu üben, sollten Eltern mit Kindern mindestens einmal im Jahr ein Restaurant besuchen, empfiehlt Weigand. Nach eineinhalb Stunden ist der Lehrgang für die Kinder vorbei – für die Eltern beginnt er sicher beim Abendessen.

Leonie Ebert

Wie vielseitig Bestecksprache ist, zeigte Frauke Weigand den kleinen Teilnehmern ihres „Tischknigge für Kids“-Seminars im Café „Okay“ in Möckern. Foto: André Kempner

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"Leipziger Volkszeitung" vom 27. April 2013 (Ausgabe Borna-Geithain)

Tischsitten interessieren besonders

Fast 20 Besucher beim "Knigge-Abend" in Geithain

Geithain (ie). "Gute Umgangsformen - verstaubt oder unerlässlich?" zu diesem Thema hatten Donnerstagabend die Volkshochschule Leipziger Land und die Geithainer Stadtbibliothek im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe "Geithainer Begegnungen" eingeladen. Knapp 20 Besucher verfolgten die sehr vergnüglichen Ausführungen von Kniggeexpertin Frauke Weigand und von Dietmar Schulze, der Museologe und Autor ist.
Besonders interessierten sich die Zuhörer beispielsweise für das richtige Verhalten bei Tisch, in welcher Reihenfolge man Platz nimmt und ob das Anstoßen eigentlich den guten Umgangsformen entspricht oder nicht. Darüber hinaus haben die Gäste an diesem Abend in der Stadtbibliothek Einiges aus dem Leben des Freiherrn von Knigge erfahren. Das alles kam gut an...

Frauke Weigand demonstriert das Benehmen bei Tisch, hinten Dietmar Schulze. Foto: Jens Paul Taubert

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"Grafenauer Anzeiger" vom 20. Oktober 2012

Grafenau im Zeichen der guten Manieren

Am Donnerstag Abend begrüßten Kinder Dr. Knigge −Gestern wurden Tischsitten gepaukt

Von Hermann Haydn und Ursula Langesee

...Gutes Benehmen, richtiges Verhalten und die Sitten zu Tisch – das waren die Hauptthemen der „Knigge-Hits für Kids“, die Frauke Weigand von der Deutschen Knigge Akademie gestern der Ganztagesklasse 2 b der Reinhold-Koeppel-Grundschule vermittelte. Und sie traf auf etliche Vorkenntnisse, zum Am Donnerstagabend begrüßten Kinder Dr. Knigge − Gestern wurden Tischsitten gepaukt Beispiel beim Grüßen, das Konrektorin Alexandra Bauer mit ihrer Klasse schon geübt hatte. „Ihr als Kinder grüßt immer zuerst den Erwachsenen, auch wenn ihr ihn nicht kennt. Die Hand reicht euch aber zuerst der Erwachsene, die ihr ein, zwei Sekunden drückt – nicht so lasch wie ein toter Fisch, aber auch nicht so stark wie ein Nussknacker − und schaut eurem Gegenüber dabei in die Augen“, fasste Weigand nochmal zusammen. Mit Bildern von verschiedenen Alltagssituationen versuchte die Dozentin die Kinder dafür zu sensibilisieren, wo überall der respektvolle Umgang miteinander gefragt ist. Etwa, dass man sein Gesicht und nicht seine Rückseite den sitzenden Menschen zuwendet, wenn man im Kino oder Theater an ihnen vorbei zu seinem Platz geht, dass man keine zu laute Musik macht oder jemanden mit Schimpfwörtern belegt. Großer Raum wurde den Tischsitten eingeräumt, denn da konnte die Theorie beim Mittagessen an der Schule gleich in die Praxis umgesetzt werden. Mit Hilfe von Garfield und Diddle-Maus zeigte Weigand den Kindern, wie man richtig sitzt − „vorne muss eine Katze, hinten eine Maus Platz haben“ − , dass man seine Hände nur bis zum Handgelenk auf die Tischplatte legt und mit dem Besteck keine „Ameisenbrücken“ baut. Die richtige Handhabung der Serviette wurde erklärt und warum manches Dessert mit Gabel und Löffel gegessen werden muss. Zum Schluss gab es „Zehn Empfehlungen für ein faires Miteinander“, ausgehend von den Kniggeschen Grundregeln Höflichkeit und Pünktlichkeit. Dazu gehören das Handy- und Mobbingverbot an Schulen, die Aufforderung, zuzuhören und den anderen ausreden zu lassen, Konflikte fair zu lösen, Verantwortung für die Klasse zu zeigen, sich in der Pause zu bewegen, auf die Umgangssprache und sein Schuloutfit zu achten...

Knigge-Dozentin Frauke Weigand zeigt Anna-Lena (l.) und Elena in der Schulmensa, wie das Besteck richtig hingelegt wird. Foto: Langesee

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Reportage vom 1. Oktober 2012 in "Mephistoradio Leipzig 97.6" über einen Kniggeabend "Ton und Takt bei Tisch" mit Frauke Weigand

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"Leipziger Volkszeitung" vom 27. September 2012 (Ausgabe Delitzsch)

"Viel mehr als gute Tischmanieren"

Die "Kniggehits für Kids" der Jungen Volkshochschule kommen bei den Teilnehmern gut an

Eilenburg. Ist der alte Knigge noch aktuell? Kann man mit dem alten Herrn, der vor 224 Jahren das Buch "Über den Umgang mit Menschen" schrieb, das später um Benimmregeln wie Tischsitten erweitert wurde, noch Leute von heute, in dem Fall Jugendliche und Kinder aus ihrem Reich heraus locken? - Das fragte sich die Volkshochschule (VHS) in Eilenburg, als das Sommer-Programm für die junge Zielgruppe entwickelt wurde. Und siehe da, Interesse war reichlich vorhanden. Wenn auch in manchen Fällen auf Drängen der Eltern.
Da lag Thomas Liegau, der seit Mai vorigen Jahres als pädagogischer Mitarbeiter die Geschicke der VHS-Filiale in Eilenburg in der Hand hält, nicht falsch mit dem neuen Konzept "Junge Volkshochschule". Für den Kurs Kniggehits für Kids - aktuelle Umgangsformen für Kinder wurde eine Fachfrau engagiert: "Frauke Weigand ist zertifizierte Knigge-Trainerin", erzählte Liegau.
Kurze Filmbeiträge zwischen kleinen Gesprächsrunden zu den unterschiedlichsten Themen ließen bei den jungen Teilnehmern keine Langeweile aufkommen. - Wie verhalte ich mich im Theater oder Kino? Wen darf ich duzen? Wer grüßt zuerst? Wie decke ich einen Tisch? - Über all diese Fragen wurde gesprochen. Aber es ging auch um ganz andere Dinge: Mobbing zum Beispiel ist ein aktuelles Thema, wie aus der Kids-Runde zu vernehmen war. Oder Musik hören im Unterricht. Das sei heiß geliebt, doch verpönt in den Schulen. "Bei uns darf man's zum Beispiel dann, wenn man eine Arbeit schon fertig hat und die anderen noch beschäftigt sind", berichtete Axel Dietrich aus seinem Schulalltag.
Als Frauke Weigand zehn Empfehlungen für gute Umgangsformen und ein faires Miteinander aufzeigte, sprang die Diskussion an. Sätze wie "Meine Mitschüler hänseln oft ein Mädchen, nur weil sie eine andere Hautfarbe hat" oder "Dann sage ich: So was macht man nicht" waren zu hören, auch Feststellungen wie "Ich werde oft gemobbt" oder "Meine Banknachbarin ist längere Zeit von den anderen verspottet worden". Die Kinder bewiesen Mut, in dieser Runde solche Dinge anzusprechen. Auch ein Erfolg des Kniggekurses, der zu dem Zeitpunkt bereits am Ende der zweiten Stunde war. Eine der Empfehlungen für den heutigen Umgang mit den Menschen waren: "Zeige Verantwortung für deine Klasse", eine andere "Bleib fair und löse Konflikte friedlich".
Tischmanieren und Tisch decken waren natürlich ebenfalls wichtige, aktuelle Benimm-Themen. Wer kennt ihn nicht, den abgespreizten Finger beim Heben einer Tasse oder eines Glases? Was steckt wirklich dahinter? Die Kinder, die teilgenommen hatten, wissen es nun - und haben einen weiteren Grund sich darüber zu freuen, dass sie heute leben. Mehr darüber im Knigge-Kurs.
Wann stoße ich an und womit? Gerade vor anstehenden Festen ist es wichtig, das zu wissen. "Die Gläser sollen nur erklingen, wenn Sekt, Champagner oder Prosecco drin sind, mit Wein stößt man nicht an", erklärte Fachfrau Weigand. Aber Ausnahmen gibt es immer. In diesem Fall für den krönenden Abschluss der unterhaltsamen und lehrreichen drei Stunden beim gemeinsamen Mittagessen. Da wurde mit Apfelsaft und Mineralwasser angestoßen. Birgit Rabe
Der nächste Kurs "Kniggehits für Kids" startet bei der Volkshochschule erst am 5. Februar in den Winterferien. Für Erwachsene gibt es Angebote noch in diesem Jahr. Infos: www.vhs-nordsachsen.de 

Frauke Weigand erklärt den jungen Kursteilnehmern, wie Servietten gefaltet werden können. Foto: Birgit Rabe

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"Ortsblatt Schönefeld-Mockau-Thekla" (Februar 2012)

Durch die Brille gesagt ...

Aus der Februar-Ausgabe des Ortsblattes Schönefeld-Mockau-Thekla: Knigge-Fachfrau Frauke Weigand vermittelt Benimmregeln der heutigen Zeit – natürlich in Anlehnung an Altmeister „Knigge“.
Heute zu einem Thema, das bald wieder aktuell wird: Sonnenbrillen.
Die Sonnenbrille ist zweifelsohne eine gute Erfindung, nicht nur ein modisches Accessoire, sondern auch ein Schutz vor der UV-Strahlung.
Sie ist keine Erfindung unserer Zeit, bereits Kaiser Nero besaß eine Art Sonnenbrille. Er blickte durch Smaragdsteine, wenn er den Gladiatorenkämpfen zusah. Durch die grüne Färbung der Steine schütze er sich vor der Sonneneinstrahlung in der Arena. Heutzutage können Sie durch eine moderne Sonnenbrille Ihr Outfit aufpeppen. Durch das Tragen einer klassische Sonnenbrillen-Variante wirkt beispielsweise auch die Freizeitkleidung seriös. Eine Sonnenbrille ist sozusagen auch ein Schmuckstück. Hier ein paar Tipps zum Tragen der Sonnenbrille:
1. Beim Begrüßen bitte stets die Sonnenbrille absetzen, damit Sie den Begrüßenden in die Augen blicken können. Denn Ihnen ist es sicherlich auch unangenehm, wenn Sie beim Begrüßen sich selbst in den Gläsern der Sonnenbrille Ihres Gegenübers sehen. Sollten Sie  aus  gesundheitlichen Gründen diese aufbehalten, erklären Sie es Ihrem Gegenüber einfach kurz. Selbst unsere Urahnen im Mittelalter hoben das Visier ihres Helmes, um sich beim Begrüßen in die Augen zu schauen.
2. Wenn Sie ein Gebäude betreten, setzen Sie die Sonnenbrille ab, denn eine nicht abgesetzte Sonnenbrille lässt Sie unsicher erscheinen. Sie wollen sich doch nicht hinter Ihrer Sonnenbrille verstecken?
3. Falls Sie sich irgendwo befinden, wo die Sonne stark blendet, können Sie diese nach der Begrüßung wieder aufsetzten, schließlich hat die Sonnenbrille auch eine medizinische Funktion.  Erklären Sie Ihrem Gesprächspartner aber, warum Sie Ihre Brille aufsetzen.
4. Wenn Sie Brillenträger einer leicht getönten Brille bzw. einer Brille mit Transitions-Brillengläser sind, gelten diese Regeln nicht. Sie können Ihre Brille immer unbesorgt aufbehalten. Frauke Weigand
Telefon: 0341 - 582 08 82
E-Mail: info@actiopro.de www.actiopro.de

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"Ortsblatt Schönefeld-Mockau-Thekla" (Dezember 2011)

Ist anstoßen anstößig?

Das Ortsblatt fragte Knigge-Fachfrau Frauke Weigand. Sie vermittelt u. a. in Seminaren Benimmregeln der heutigen Zeit- natürlich in Anlehnung an Altmeister „Knigge".
Silvester, aber auch bei besonderen Anlässen, ist das Anstoßen durchaus in Ordnung, bitte aber nur mit Sekt, Prosecco, Champagner oder alkoholfreien Getränken. Dazu sollten aber auch die passenden Gläser benutzt werden! Ansonsten ist die heute so beliebte Sitte absolut „no go“. Weder mit Whisky, Schnaps oder Bier wird angestoßen, sei denn im Biergarten oder im Fußballverein! Ebenso ungeeignet ist das allzu beliebte „Prost" Wenn schon, dann die lateinische Form „Prosit" oder das Deutsche „Zum Wohl" verwenden. Übrigens stammt der Brauch des Anstoßens aus dem Mittelalter, als keiner keinem traute. Die Leute hatten ständig die Befürchtung, dass ihr Gegenüber ihnen in einem unachtsamen Moment Gift in den Becher schütten würde. Deswegen stießen sie mit ihren Bechern so fest gegeneinander; dass ein bisschen der Becherflüssigkeit in die anderen Becher überging. Ein Mörder hätte also seinen eigenen Tod in Kauf nehmen müssen.

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"Leipziger Volkszeitung" vom 21. Oktober 2011

"Knigge-Kurse in der Volkshochschule"

Schkeuditz (-art). Wer sich bei bestimmten Anlässen wie Familien- oder Firmenfeiern, bei Abschlussbällen oder auch im ganz alltäglichen Berufs- und
Freizeitleben immer korrekt benehmen möchte, dem seien die Knigge-Kurse der Volkshochschule (VHS) empfohlen. Für Kinder zwischen sechs und elf Jahren beginnt er am Mittwoch, dem 23. November ab 16 Uhr im Astronomischen Zentrum Schkeuditz in der Bergbreite 2. Titel: „Knigge Hits für Kids – mit Stil zum Ziel!“ Teilnehmer erhalten ein Knigge- Diplom. Erwachsene können ihr Wissen um Tischmanieren auffrischen beziehungsweise neues dazu erwerben. Am Freitag dem 25. November erklärt Knigge- Expertin Frauke Weigand im Restaurant des Globana Airport Hotels bei einem Drei-Gänge-Menü den gepflegten und kultivierten Umgang bei Tisch...

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"Leipziger Volkszeitung" vom 30. September 2011

"Verliere nicht die Zuversicht!"

Heiter lehrreicher Abend zu Adolph Freiherr von Knigge im Schillerhaus

"Sei, was du bist, immer und ganz! Verliere nicht die Zuversicht! Schrecke, zerre, beunruhige und necke niemand!" Diese und unzählige weitere wohlwollende oder auch launige "Bemerkungen und Vorschriften über den Umgang mit Menschen" erteilte Adolph Freiherr von Knigge seinen Mitbürgern. Wer eine ebenso heitere wie lehrreiche Veranstaltung über den "Benimmlehrer" und die Wurzeln unserer Umgangskultur erleben möchte, sollte sich einen Abend mit Frauke Weigand und Dietmar Schulze im Leipziger Schillerhaus vormerken. "Gesittetes Leipzig - ,Rede nicht zu viel und nicht zu langweilig'" lautete die Veranstaltung, die dieser Tage - im Rahmen der aktuellen Sonderausstellung "Leipzig 1785. Eine Spurensuche" Premiere hatte - und so viel begeisterten Anklang fand, dass sie später wiederholt werden soll.
Schiller und Knigge - kannten die sich überhaupt? Beide waren nicht nur Zeitgenossen; sie sind sich auch begegnet. Der Dichter der "Räuber" lud den damals berühmteren Knigge zur Aufführung seines neuesten Dramas nach Mannheim ein: "Sehen Sie es als ein schriftstellerische Eitelkeit an, dass ich Sie nunmehr beim Worte fasse und Sie zu Kabale und Liebe einlade!", schrieb Schiller in einem Brief von 1784. Wer also war Knigge? Weshalb war Schiller an seinem Urteil interessiert? Und warum flanierten die Leipziger nach seinen Empfehlungen über die Promenaden des 18. Jahrhunderts.
Knigge wurde 16. Oktober 1752 in Bredenbeck bei Hannover geboren, studierte Jura in Kassel und wurde ebendort zum Hofjunker ernannt. "Aus der Zeit gibt es einige Klatschgeschichten", machte Frauke Weigand neugierig. So habe Knigge englischen Besuchern, die dem Landgrafen vorgestellt werden sollten, angeraten, den Westenzipfel des Fürsten zu küssen, was zu grotesken Figurationen führte. Doch damit nicht genug: Knigge habe bei Bettelkindern Ungeziefer gesammelt und dieses unter vertraulichen Ohrenflüstern einigen Damen in die bauschende Frisur gesetzt. Sicher wollte er manch sinnentleerte Etiketteformel karikieren; doch sein eigentliches Hauptwerk "Über den Umgang mit Menschen" sollte er erst später verfassen.
Zum umfangreichen Oeuvre von Adolph Freiherrn Knigge gehört viel mehr: Neben Unterhaltungsromanen im Sinne der Aufklärung auch 266 Texte, die er für die Neue Allgemeine Deutsche Bibliothek, das Rezensionsorgan der Deutschen Spätaufklärung, verfasste. So wird sein Einfluss auf den Literaturbetrieb deutlicher. Durch einen Roman mit politischem Glaubensbekenntnis zur Französischen Revolution gerät der Schriftsteller ins Visier der Geheimpolizei. Knigge erwägt nach Leipzig zu ziehen. Doch dazu kommt es nicht, sein Gesundheitszustand verschlechtert sich - 1796 stirbt Knigge.
Über seine Motive meinen die beiden Akteure: "Als armer Ritter genoss er dennoch die Erziehung an Adelsschulen und lernte die so genannte Herzensbildung, die Fähigkeit mit anderen Menschen auf gleicher Wellenlänge zu schwingen. Wegen einer Verarmung hatte er allerdings keine Güter mehr und lebte zusammen mit normalen Bürgerlichen. Hier störten ihn viele Verhaltensweisen, denn Takt und Höflichkeit fehlten an allen Ecken und Enden. Knigge bemühte sich lediglich den Menschen Verhaltensregeln zu vermitteln, um das alltägliche Zusammenleben harmonischer und zivilisierter zu gestalten." Im Gegensatz zur heutigen Meinung handle es sich bei diesem Buch nicht um ein Benimmbuch mit Ratschlägen, wie welche Gabel mit welchem Messer zu welchem Essen verwendet werden darf. "Diese Kapitel wurden erst später dazu geschrieben", so Weigand.
Das Buch enthalte vielmehr Empfehlungen, wie etwa: "Halte streng Wort und sei wahrhaft! Sei pünktlich, ordentlich, fleißig! Trage keine Nachricht aus einem Haus in das andere! Wo man sich zur Freude versammelt, da rede nicht von Geschäften!" "Modern formuliert", so die Expertin: "Knigge lehrt die Kunst, sozial kompetent zu sein." Manche Regel habe sich darüber hinaus über die Jahrhunderte erhalten: So gingen die Damen auf Leipziger Promenaden vor über 200 Jahren an der rechten Seite des Mannes. "Früher wurde der Säbel an der linken Seite des Mannes getragen, so konnte dieser im Falle eines Überfalls schnell die Waffe ziehen", nennt Weigand historische Gründe. Darüber hinaus gelte die rechte Seite generell als Ehrenplatz.
Am Ende des Ausflugs in die Kulturgeschichte des guten Benehmens kommt nochmals ein Schiller ins Spiel: der Urenkel und letzte Nachkomme von Friedrich: Heinrich Adelbert Konrad Carl Alexander Schiller. Er verfasste unter anderem "Sitten und Gebräuche der europäischen Welt" bis hin zur "Ästhetik der Krawatte". Knigges Einfluss lässt grüßen!

Ingrid Hildebrandt

 

Frauke Weigand und Dietmar Schulze gehen an die Wurzeln unserer Umgangsformen. Im Schillerhaus referieren beide über das Wirken von Adolph Freiherr von Knigge.Foto: André Kempner

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"Leipziger Volkszeitung" vom 4. Mai 2011

Der moderne Knigge

Frauke Weigand gibt an der Volkshochschule Ratschläge für sicheres und zeitgemäßes Auftreten

"Die Kunst des Umgangs mit Menschen besteht darin, sich geltend zu machen, ohne andere unerlaubt zurückzudrängen." Der Ausspruch von Adolph Freiherr von Knigge spielt neben anderen eine wichtige Rolle im Benimm-Kurs der Knigge-Trainerin Frauke Weigand. Gleich zu Beginn des Volkshochschulkurses werden die Teilnehmer zum Mitwirken aufgefordert. "Ich habe mich Ihnen gerade vorgestellt und schon drei Fehler gemacht", sagt die Kurs­leiterin. Offenbar kam das so spontan, dass es allen die Sprache verschlägt. Niemand meldet sich. Dann gibt ­Weigand die Auflösung. Sie habe ans Glas geschlagen, aber "das macht man nicht mehr", zudem "hatte ich die Ärmel hochgekrempelt, auch noch ungleich", und sie habe gesagt "ich bin die Frau Weigand". Das gehe gar nicht. "Man stellt sich mit Vor- und Zunamen vor."
Sie wolle nun ein paar neue Empfehlungen geben, die jedes Jahr vom Deutschen Knigge Rat, der Deutschen Knigge Gesellschaft und von Etikette Trainer international festgelegt werden, sagt Weigand. Besonders bei Bewerbungsgesprächen sei ein korrektes Auftreten mit besseren Chancen verbunden. Das beginnt schon bei der Anrede, beim Grüßen, beim Handgeben und Vorstellen. Der erste Eindruck hänge auch von der Kleidung ab. So könnten schon ungeputzte Schuhe ein Stolperstein sein. Gute Manieren haben zudem mit Respekt, Empathie und Toleranz zu tun. "Das Lächeln, das du aussendest, kehrt zu dir zurück", lautet ein indisches Sprichwort. Das lasse sich tagtäglich und an jedem Ort einfach ausprobieren.
"Das Kind grüßt den Erwachsenen, der Herr die Dame, das Alter ist ranghöher als das Geschlecht", erläutert Weigand. Man könne von einer Hierarchie der zu Begrüßenden sprechen. "Im Geschäftsleben grüßt der Untergebene den Chef, aber der Ranghöhere streckt die Hand zum Gruß aus." Das Geschlecht spiele im Business keine Rolle. Der Händedruck dürfe nicht zu fest, aber auch nicht lappig sein. Auch sei ein langes Händeschütteln nicht zu empfehlen. "Wichtig bei der Begrüßung ist es jedoch, seinem Gegenüber in die Augen zu schauen." Die Sonnenbrille sollte dabei abgenommen werden. "Unsere Begrüßungsrituale stammen im Übrigen aus der Ritterzeit", erfahren die Teilnehmer. "Um ihr Gesicht zu zeigen, mussten die Ritter ihren Helm abnehmen, dort hat also das Hut-Ziehen seinen Ursprung." Auch dass die Frau an der rechten Seite des Mannes geht, habe einen praktischen Sinn aus vergangener Zeit. Links trug der Mann seinen Degen, beim Ziehen der Waffe hätte er die Dame verletzen können. Zudem gilt die rechte Seite generell als Ehrenplatz.
"Wichtig bei alledem ist, dass man authentisch bleibt, dass man nicht verschroben und aufgesetzt wirkt", rät Weigand. So authentisch bleiben, wie man ist, sich nicht zu verbiegen. Das brachte schon der Freiherr zum Ausdruck, mit dessen Namen gutes Benehmen wohl ewig verbunden sein wird. "Verliere nie die Zuversicht zu dir selber, das Bewusstsein deiner Menschenwürde", sagte Adolph Freiherr von Knigge, der von 1752 bis 1796 lebte. Sein Werk "Über den Umgang mit Menschen" ist auch nach über 200 Jahren nicht überholt. Durch eine praktische Lebensphilosophie wollte Knigge den Menschen Möglichkeiten zeigen, ihren Aufgaben besser gerecht zu werden. "Jeder gilt in dieser Welt nur so viel, als wozu er sich selbst macht", heißt es dort. Knigge, ein verarmter Adliger, habe die Etikette des Adels verraten und dem Bürgertum preisgegeben, erläutert die Trainerin. Und ein begeisterter Teilnehmer ruft aus: "Ich habe das Buch gelesen, es ist unglaublich, was da alles drinsteht, das ist alles hoch aktuell."
Zwei Neuerungen rufen dann allgemein Verwunderung hervor. "Guten Appetit" und "Mahlzeit" werde nicht mehr gewünscht, sagt Weigand. Ebenso wenig werde heutzutage Niesen mit "Gesundheit" beantwortet. Wer sich davon nicht trennen möchte, muss es nicht. Gutes Benehmen äußere sich nicht in der formelhaften Einübung von Regeln, sondern im höflichen Umgang miteinander, wobei jeder er selbst bleiben soll. "Je früher Kinder mit den Umgangsformen vertraut werden, desto selbstverständlicher werden sie als Erwachsene ihre Herausforderungen in allen Lebenslagen meistern", ist sich Frauke Weigand sicher.

Marianne H.-Stars

Frauke Weigand meint: Knigge kommt nie aus der Mode. Fotos: André Kempner
Diese Utensilien liegen beim Kurs immer griffbereit.

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Interview im MDR-1 Radio Sachsen mit Frauke Weigand zum Thema "Knigge für Kids" am 22. Dezember 2010

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"Leipziger Volkszeitung" vom 3. Dezember 2010

Tischsitten können Spaß machen

Frauke Weigand lädt zum Knigge-Seminar für Kinder

Festlich gedeckt ist die lange Tafel in der Kinderkunstschule "Goldfisch", Tschaikowskistraße 20. Frauke Weigand hat zum Knigge-Seminar für Kinder geladen - denn auch die Kunst sich gut zu benehmen könne man schließlich erlernen. Wie schnell das gelingen kann, beweisen Tabea, Olena, Oskar und die anderen sechs- bis elfjährigen Seminarteilnehmer: Gemeinsam mit ihrer Trainerin decken sie den Tisch mit Tellern, Besteck und Gläsern und falten die Serviette zum Dreispitz. Nun sitzen sie gerade auf ihren Stühlen.
"Hinten darf nur eine Maus, vorn kann eine Katze Platz haben. Und nur die Handknöchel liegen auf dem Tisch", erläutert ihnen die Knigge-Lehrerin noch, da kommt auch schon die nächste Herausforderung: Spagetti werden serviert. Wie soll man die langen Dinger nur essen? Oder ist es vielleicht besser sie in lauter kleine Stücke zu schneiden? "Nehmt mit der Gabel vier, fünf von den Nudeln und dreht sie am Tellerrand so lange um die eigene Achse, bis ein kleines Knäuel entsteht. Bei uns in Deutschland dürft ihr auch einen Löffel zu Hilfe nehmen - die Italiener schaffen es ohne. Und: Mag die Soße auch noch so gut schmecken, sie bleibt auf dem Teller!" "Wünscht man sich eigentlich noch guten Appetit?", will Tabea wissen. Dies sei heute nicht mehr üblich, erfährt sie. "Was mach' ich, wenn ich mal niesen muss?", fragt ein anderes Mädchen. "Du drehst dich auf die Seite, wo keiner sitzt oder gehst besser hinaus", rät die Knigge-Lehrerin. Dass Tischsitten Spaß machen können, entdecken die Mädchen und Jungen ein wenig später: Lässt sich mit der Bestecksprache doch ausdrücken, dass man noch einen Nachschlag möchte. Tischsitten mit geheimen Zeichen? Das ist ja mindestens so spannend wie verschlüsselte Botschaften im Fantasyfilm, finden die künftigen Knigge-Experten. Spielerisches Lernen ist für Weigand wichtig. "Kinder bleiben Kinder und sind keine Mini-Erwachsenen. Es geht nicht darum, Kinder preußisch zu drillen", betont die Fachfrau, die auch Mitglied im Vorstand der Deutschen Knigge-Gesellschaft ist. "Gute Umgangsformen gehören zur Kultur, machen unser Zusammenleben einfacher", so die zertifizierte Trainerin. "Doch Kinder sollen dabei authentisch bleiben und nicht gekünstelt wirken." Sicher werde auch in den Familien gutes Benehmen gelehrt, doch es ist hilfreich, wenn Kinder auch einmal von Dritten hören, "wie man nett miteinander umgeht und sich höflich verhält".
Bevor sich die Mädchen und Jungen zum großen Spagetti-Mahl zusammenfanden, gab es ein paar wichtige Regeln für das beginnende Seminar. Etwa: Wir hören einander zu. Wir sprechen aus, was uns nicht gefällt. Wir gehen höflich und respektvoll miteinander um. Danach wurden gute Manieren per Rollenspiel geübt. Etwa wie man sich richtig die Hand gibt, was ebenfalls nicht so einfach ist. "Jedes Kind probiert mit seinem Nachbarn den kurzen, festen Händedruck. Ihr schaut dabei einander an und nicht irgendwo hin. Erwachsene müsst ihr übrigens zuerst grüßen - aber sie sind es, die euch die Hand reichen." Trainiert wurde während des Seminars auch das Verhalten im Theater, im Kino, in der Kirche oder bei Verwandten und Freunden. Wie laufe ich im Theater durch die Stuhlreihen? Und: Wie benutze ich im Urlaub mit den Eltern das Buffet, waren einige der Fragen.
Dass Pünktlichkeit eine Form der Höflichkeit ist, wissen die Kinder schon. "Ich habe mal vorm Zoo ewig auf meine Freundin gewartet", erzählt Olena. "Das hat mich sehr geärgert." "Das ist kein gutes Benehmen", bestätigt die Trainerin. Toll sei es dagegen, wie Olena den kleinsten Knigge-Eleven beim Schreiben von Einladungskarten hilft. "Einander helfen ist ein Beispiel für gutes Benehmen", lobt Weigand. Wir haben heute eine ganze Menge gelernt, finden die Kinder, als die drei Stunden vorbei sind. Und am Ende halten sie sogar ein Knigge-Zertifikat samt Knigge-Fibel in den Händen.

Ingrid Hildebrandt

Ein kurzer fester Händedruck genügt, um den Anstand zu wahren. Beim Kinder-Knigge-Kurs zeigt Frauke Weigand schon den jüngsten, wie man höflich und respektvoll miteinander umgeht. Fotos: André Kempner
Die Kinder beim Spaghettiessen

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Interview im MDR-1 Radio Sachsen mit Frauke Weigand zum Thema "richtiges Niesen" am 25. Oktober 2010

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